17.12.2011 / Inland / Seite 8

»Das war die Kehrseite von Brandts neuer Ostpolitik«

»Radikalenerlaß« hat tiefe Spuren hinterlassen: Einschüchterung, Duckmäusertum, zerstörte Existenzen. Ein Gespräch mit Michael Csaszkóczy

Gitta Düperthal
Der antifaschistische Lehrer Michael Csaszkóczy hatte von 2003 bis 2007 Berufsverbot

Vor fast 40 Jahren hat die Ministerpräsidentenkonferenz unter Vorsitz vom damaligen Bundeskanzler Willy Brandt den »Radikalenerlaß« beschlossen, um angebliche Verfassungsfeinde aus dem öffentlichen Dienst zu entlassen. Sie fordern gemeinsam mit ehemaligen Betroffenen aus den 70er Jahren in einer Resolution, diese Geschichte endlich aufzuarbeiten – wie sollte das geschehen?

Zunächst ist zu sagen, daß sich der Erlaß formell gegen »Links- und Rechtsextremisten« richten sollte – in der Praxis aber vor allem Linke traf: Mitglieder der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) und anderer sozialistischer oder linker Gruppierungen, von Friedensinitiativen bis hin zu SPD-nahen Studierendenorganisationen.

Die müssen erstens rehabilitiert werden: Den meisten Betroffenen hat nie ein Gericht bestätigt, daß ihnen Unrecht zugefügt wurde.

Zweitens müssen sie finanziell entsch...




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