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06.12.2011 / Thema / Seite 10

Entfremdung durch Rassismus

Vor 50 Jahren starb der Revolutionär und Psychiatriereformer Frantz Fanon

Michael Zander
Wie in etlichen anderen Städten auch, feiert man in Paris am 8. Mai 1945 die Kapitula­tion Nazideutschlands und das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa. Unter den anwesenden Soldaten des Freien Frankreich findet sich auch ein junger Korporal, noch keine 20 Jahre alt, der aus einer Kolonie stammt, nämlich von der Karibikinsel Martinique. Er hatte sich freiwillig gemeldet und unter anderem an der Schlacht ums Elsaß teilgenommen, um im Namen von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit gegen den Faschismus zu kämpfen. Bei der Siegesfeier tanzen die Pariserinnen vorwiegend mit den weißen Soldaten, ihre schwarzen Mitkämpfer bleiben meist im Abseits. Dies komplettiert die enttäuschenden Erfahrungen, die Frantz Fanon, so heißt der junge Mann, in der Armee machen mußte. Als Antillaner ist er dort zwar »Europäern« gleichgestellt, aber seine Kameraden zum Beispiel aus dem afrikanischen Senegal müssen in den schlechteren Baracken hausen und werden zuweilen auch mit...

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