25.11.2011 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Turiner Tarifflucht

Italien: Fiat kündigt alle Tarifverträge. Arbeiter drohen mit Streik. Unternehmerverband geschockt. Erste Nachahmer melden sich

Micaela Taroni, Rom
In Italien bahnt sich ein gravierender Umbruch für die 170000 Mitarbeiter des Autobauers Fiat an. Der Turiner Konzern wird ab 1. Januar 2012 alle Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen auflösen, die in den Fabriken auf der Appeninhalbinsel gelten. Ziel des Vorhaben ist es, neue Arbeitsverträge einzuführen, die sich nicht mehr an den nationalen Flächentarifen für Metallarbeiter orientieren. Italiens größter Privatkonzern hat ab Jahresbeginn freie Hand in den Lohnverhandlungen.

Die Kündigung der Verträge folgt dem Austritts Fiats aus dem Unternehmerverband Confindustria, der zum Januar wirksam wird. Der Automobilkonzen will tarifliche Bestimmungen auf das ganze Land übertragen, die ursprünglich nur zum Erhalt eines Werks bei Neapel beschlossen wurden. Die dortige Belegschaft stimmte 2010 weitreichenden Änderungen ihrer Arbeitsbedingungen zu. Damals wurde der Schichtbetrieb flexibilisiert, das Streikrecht eingeschränkt und Sonderregelungen im Krankheitsfa...

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