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19.11.2011 / Feuilleton / Seite 12

Die Ignoranz der VWL

Blick in politische Zeitschriften

Johannes Schulten
Kennen Sie Piero Sraffa? Wahrscheinlich nicht. Der Italiener Sraffa war einer der wichtigsten Ökonomen des vergangenen Jahrhunderts. Er arbeitete in Cambridge (England) mit John Maynard Keynes zusammen und besuchte Antonio Gramsci in Mussolinis Kerker. Vor allem schrieb Sraffa 1960 eine der besten Widerlegungen der theoretischen Grundlagen jenes ökonomischen Paradigmas, das später Journalisten wie Politiker glauben lassen sollte: Privatisierungen schaffen Wohlstand und Mindestlöhne Arbeitslosigkeit.

Geholfen hat das jedoch wenig. Nach dem Erscheinen von »Warenproduktion mittels Waren« werden Wirtschaftswissenschaften auch ein halbes Jahrhundert und eine globale Finanzkrise später von der Neoklassik dominiert. Die meisten Studenten von Volkswirtschafts- oder Betriebswirtschafslehre (VWL, BWL) dürften in ihren Seminaren nicht einmal von der Existenz von Sraffa erfahren haben. Wenn man dem Tenor der Herbstheftes der Berliner Zeitschrift Prokla glauben darf,...

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