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19.11.2011 / Wochenendbeilage / Seite 8

Russische Suppe

Ina Bösecke
Andrej Tarkowskis Debütfilm »Iwans Kindheit« (UdSSR 1962) erregte bei Erscheinen international große Aufmerksamkeit und wurde mit dem Goldenen Löwen in Venedig ausgezeichnet, sorgte national aber für Irritationen. In der Sowjetunion war man es gewöhnt, Kinder, die als Kundschafter im Zweiten Weltkrieg gearbeitet hatten, als kleine Helden präsentiert zu bekommen. Tarkowski zeigt aber weniger den Kundschafterdienst als Abenteuer, sondern vielmehr, was der Krieg aus einem Kind macht: einen mageren Körper, fiebrige Augen, eine zerstörte Psyche. Iwans Eltern und seine Schwester wurden von deutschen Soldaten ermordet. Das erfährt man durch die Unterhaltung zweier russischer Offiziere und durch die Träume von Iwan (Kolja Burljajew), die als Rückblenden fungieren – surrealistische Elemente, die der Realität ebenbürtig sind.

Bisweilen ist die traurige Realität gar nicht von den Alpträumen Iwans zu unterscheiden, zum Beispiel, wenn das Kind mit seinen erwach...

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