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10.11.2011 / Inland / Seite 2

»Eltern schämen sich vor den eigenen Kindern«

Eine Studie befragte Hartz-IV-Bezieher, wie sie sich beim Besuch einer »Tafel« fühlen. Ein Gespräch mit Jens Becker

Gitta Düperthal
Jens Becker ist Lehrbeauftragter am Fachbereich Gesellschaftswissenschaft an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main

Wissenschaftler der Frankfurter Goethe-Universität haben Hartz-IV-Bezieher in Interviews befragt, ob sie sich schämen, Lebensmittel aus einer »Tafel« zu beziehen. Zu welchem Resultat kommt die Studie, die am heutigen Donnerstag in Saarbrücken bei einer Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Stiftung diskutiert wird?

Die Studie besteht aus qualitativen Interviews und zeigt einen Trend auf. Wir haben Bezieher von Hartz-IV-Leistungen sowie aufstockende Niedriglohnbezieher befragt, und kommen zum Ergebnis, daß bei ihnen Schamgefühle vorhanden sind: Man will nicht gesehen werden, wenn man den Eingang der »Tafel« betritt; man redet mit Verwandten ungern darüber. Erwachsene schämen sich mehr als Kinder. Sie leiden unter gesellschaftlicher Abwertung, fehlender Anerkennung und mangelndem Selbstwertgefühl. Eltern schämen sich vor den eigenen Kindern, z...

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