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21.10.2011 / Feuilleton / Seite 12

Wenn der Boß weg ist

Blick in politische Zeitschriften

Johannes Schulten
Je schlechter es um die Linke steht, desto utopischer wird sie. In Deutschland sind die Gewerkschaften und ihre Verbündeten meilenweit davon entfernt, so etwas Profanes wie einen flächendeckenden Mindestlohn durchzusetzen, doch das Theoriemagazin der Linkspartei-nahen Rosa-Luxemburg-Stiftung will in seiner Herbstnummer »den Betrieb übernehmen«. Flucht nach vorne? Nicht unbedingt. Tiefe Krisen des Kapitalismus haben häufig die radikalsten Transformationsperspektiven freigesetzt, heißt es im Editorial von Luxemburg: Gesellschaftsanalyse und linke Praxis. Zuletzt in Argentinien, wo vor zehn Jahren sämtliche Erste-Welt-Fantasien im größten Crash in der Geschichte des Landes zerbrachen und Scharen von überschuldeten Unternehmern über Nacht das Land verließen. Die Arbeiter waren dazu verdammt, selbst Unternehmer zu werden und besetzten die Fabriken. Warum nicht schon einmal vorsorgen?

Nicht nur für Marx war die selbständige Organisation der Produktion durch di...

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