17.10.2011 / Feuilleton / Seite 12

»Ein Desaster«

Nach Ansicht der Katholischen Kirche ist der Christ immer niedrig. Ein Gespräch mit Andreas Altmann

Andreas Geil
Andreas Altmann, Jg. 1949, ist Reisejournalist und Schriftsteller. Gerade hat er mit »Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend« ein Buch über sein Aufwachsen im brutalen katholischen Milieu des Wallfahrtsorts Altötting vorgelegt.

In Ihrem Buch erzählen Sie von Ihrer Kindheit in Altötting, mit einem auf allen Ebenen gewalttätigen Vater. Wie überlebt man diese Trostlosigkeit und die Folgen?

Andere Leute werden Alkoholiker, nehmen Drogen, veröden in einem belanglosen Leben. Ich hatte das unfaßbare Glück, das Schreiben zu entdecken.

Ihr Vater war der größte Devotionalienhändler für Katholiken in Altötting und zu Hause ein gnadenloser Sadist, der seine Kinder, seine Frau und seine Mitarbeiter quälte und ausbeutete.

Ich glaube, mein Vater ist am Krieg gestorben. Er war ja vorher, so habe ich meine Mutter verstanden, »normal«. Nach seiner Heimkehr hat er mitten in Altötting wieder Krieg geführt. Seit dem Erschein...

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