24.09.2011 / Ausland / Seite 6

Krieg gegen Zivilisten

Wie Washington in Afghanistan gezielt die Genfer Konventionen verletzt

Gareth Porter, Washington (IPS)
US-Sondereinheiten in Afghanistan richten ihre nächtlichen Angriffe nach Erkenntnissen unabhängiger Experten zunehmend gegen Zivilisten. Damit sollten vor allem geheimdienstlich relevante Informationen gewonnen werden, heißt es in einer jüngst veröffentlichten Studie der »Open Society Foundation« des Finanzinvestors George Soros und des »Liaison Office«.

Die Autoren erbringen Belege dafür, daß das US-Militär inzwischen auch Personen attackiert und festnimmt, die nicht als Aufständische identifiziert wurden. Sie befragten dazu aktive und ehemalige Offiziere sowie Afghanen, die während der Angriffe in Gewahrsam genommen wurden. Demnach setzt das Militär viele Zivilisten kurzzeitig fest, um herauszubekommen, was sie über Islamisten an ihrem Ort wissen. Die Studienverfasser werfen den USA vor, damit die Genfer Konventionen zum Schutz von Personen, die nicht an Kampfhandlungen teilnehmen, zu verletzen.

Ein Offizier, der die nächtlichen Bombardements befürwor...



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