23.09.2011 / Ansichten / Seite 8

Mörderisches System

Davis’ Verbrechen war, schwarz zu sein

Jürgen Heiser
Troy Davis ist tot. Selbst wenn seine Unschuld nachträglich nicht mehr geleugnet werden könnte – wie in den Fällen der rehabilitierten politischen Ju­stizopfer Sacco und Vanzetti oder in den mit Troy Davis vergleichbaren Fällen vermeintlich »unpolitischer« Angeklagter – das geschehene Unrecht wäre nie wieder gutzumachen. Aber das Verbrechen, für das er hingerichtet wurde, wird nicht mehr aufgeklärt werden. Die Täter, Richter und Staatsanwälte, die ihn umbringen ließen, werden unbehelligt bleiben. Es ging nicht um Gerechtigkeit. Es ging darum, daß der Delinquent ins Schema passen mußte: Weißes Opfer – schwarzer Täter.

Genau hier zeigt sich, warum auch Davis’ Fall, wie jene Fälle vieler anderer Afroamerikaner vor der US-Justiz, nicht »unpolitisch« ist. Denn wo Rassismus herrscht, wie im modern gewendeten Apartheidsystem der USA, geht es um Politik: Über 90 Prozent der Todesurteile werden im Süden der USA – dem schwarzen Gürtel...

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