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14.09.2011 / Schwerpunkt / Seite 3

Serbien klein halten

Alexander S. Neu
Im Jahre 1878 reklamierte Reichskanzler Bismarck im Kontext des stattfindenden Berliner Kongresses zur Balkan-Frage für sich den Ruf des »ehrlichen Maklers«, da er für Deutschland auf dem Balkan keine Interessen sehe, »welche auch nur die gesunden Knochen eines einzigen pommerschen Musketiers wert« seien. 36 Jahre später machte sich die Losung »Serbien muß sterbien« breit. Anlaß war die Tötung des k.u.k-Thronfolgers Franz Ferdinand in Sarajevo 1914 durch eine Gruppe junger Serben, die mit dem Attentat den kolonialistischen Anspruch von Österreich-Ungarn auf Teile des Siedlungsgebiets der Südslawen zurückwiesen. Machtpolitischer Hintergrund war, daß Serbien aufgrund der Intention, die südslawischen Siedlungsgebiete zu einem gemeinsamen souveränen Staat zusammenzuführen, zu einer ernsthaften Gefahr deutscher und österreichischer Imperialpolitik in Südosteuropa wurde. So begann der Erste Weltkrieg als Einhegungskrieg der Donaumonarchie und Deutschlands gegen...

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