Der Schwarze Kanal
Gegründet 1947 Dienstag, 17. September 2019, Nr. 216
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03.09.2011 / Wochenendbeilage / Seite 1 (Beilage)

»Es ist die Pflicht des Staates, seine Kritiker zu finanzieren«

Gepräch mit Klaus Farin über den Extremismusbegriff und staatliche Förderung, die Erforschung der Autonomen und das Abfackeln von Autos, das Archiv der Jugendkulturen und den Verfassungsschutz

Markus Mohr
Klaus Farin, Jahrgang 1958, ist ein Berliner Journalist. Er wurde bekannt mit seinen Büchern zur Skinhead-Kultur (gemeinsam mit Eberhard Seidel-Pielen) und gründete 1998 das Archiv der Jugendkulturen in Berlin, das er bis heute leitet.

Für ein Projekt über die Autonomen erhält das Archiv der Jugendkulturen vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend aus dem Anti-Linksextremismus-Topf 88000 Euro. Eine schöne Stange Geld. Davon kann ein Hartz-IV-Bezieher etwa fünf Jahre gut leben…

(lacht) Das habe ich nicht nachgerechnet, das wird wohl schon so sein.

Wie wird dieses Projekt konkret abgewickelt?

Von den staatlichen Zuschüssen bekommt man nicht alles auf einmal, sondern alle zwei Monate ein bißchen. Im Kern finanzieren wir daraus unsere Bibliothekarin. Wir können nun für unsere Bibliothek alles anschaffen, was es an Material zur autonomen Szene gibt. Ansonsten organisieren wir eine kleine Fachtagung. Das Projekt läuft von November 20...

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