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24.08.2011 / Antifa / Seite 15

Litauen ehrt seine Nazis

Staatsziel Holocaust-Relativierung: Faschistische Kollaborateure werden zum 70. Jahrestag des deutschen Überfalls als »Freiheitskämpfer« gefeiert

Frank Brendle
Der 70. Jahrestag des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion dient in Litauen als Hintergrundkulisse für nationalistische Anstrengungen. Dabei werden rechtsextreme Milizen, die bei Kriegsbeginn einen Aufstand gegen die Rote Armee begannen, als »Freiheitskämpfer« bezeichnet, der Holocaust relativiert und die Kollaboration mit den Nazis schöngeredet.

Hauptanliegen der offiziösen Geschichtspolitik ist die Darstellung der »Litauischen Aktivistenfront« (LAF), die im Juni 1941 den Aufstand organisierte, als honorige patriotische Vereinigung. Einen wichtigen Beitrag hierzu leistet der pünktlich zum Jahrestag am 22. Juni vorgestellte Dokumentarfilm »Aufstand der Versklavten «, zu dessen Premiere zahlreiche Politprominenz erschien. Das Parlament würdigte den staatlich gesponserten Film als »wichtigen Beitrag zu litauischer Kultur, Geschichte und Patriotismus«. Der Streifen zeigt nur die Opfer sowjetischer Verbrechen von 1940/41, schweigt sich aber komplett darüb...

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