23.08.2011 / Schwerpunkt / Seite 3

Verlierer ist die UNO

Friedensbewegung kann sich über ein Ende der Kämpfe in Libyen freuen, nicht aber über den Sieg der NATO. Dafür gibt es zu viele Opfer und Zerstörung

Lühr Henken und Peter Strutynski
Sollten die libyschen Rebellenorganisationen nun auch in der Hauptstadt Tripolis die Kontrolle und Macht übernehmen oder bereits übernommen haben, so ist zu hoffen, daß die Kämpfe auch schnellstens beendet werden. Große Sorge besteht hinsichtlich drohender Rache- und Vergeltungsakte der »Sieger« über die Anhänger des gestürzten Machthabers Ghaddafi. Der Krieg hat bisher schon zu vielen Menschen – auf allen Seiten – das Leben gekostet, Hunderttausende zur Flucht getrieben, große Teile der Infrastruktur des Landes zerstört.

Meldungen, wonach »die Rebellen« über das Ghaddafi-Regime gesiegt hätten, entbehren alerdings jeglicher Grundlage. Es war die NATO, die das militärisch nicht eben starke Land sturmreif geschossen hat. Vom 31. März bis zum 21. August hat die NATO 19751 Einsätze geflogen; wie viele Angriffe bereits vorher von seiten Frankreichs, Großbritanniens und der USA durchgeführt wurden (sie begannen ihren Krieg bereits am 19. März) ist ...

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