17.08.2011 / Schwerpunkt / Seite 3

»Assad ist Teil des Problems«

Neoliberale Politik des Präsidenten hat zum Aufstand in Syrien geführt. Armee soll sich auf Seite des Volkes stellen. Opposition lehnt Sanktionen von EU, USA und UNO ab. Ein Gespräch mit Samir Aita

Karin Leukefeld
Samir Aita ist Chefredakteur von Le ­Monde Diplomatique, arabische Ausgabe. Er stammt aus Damaskus und lebt in Paris

Zehn Jahre lang haben Sie das syrische Regime in seinem Reformprogramm beraten. Heute sehen Sie sich als Berater des patriotischen syrischen Aufstandes. Sind Sie in der syrischen Oppositionsbewegung organisiert?

Ich glaube, der Begriff »Opposition« ist kein gutes Wort, jedenfalls aus meiner Sicht. Die Frage ist doch, unterstützt man den jungen sozialen Aufstand oder nicht? Es gibt Leute, die sind für den Aufstand, es gibt Leute, die haben Angst. Und es gibt Leute, die sind weiter für das Regime, weil sie davon profitieren. Und auch unter denen, die für den Aufstand sind, gibt es verschiedene Meinungen. Einige haben islamische Neigungen, andere arbeiten eine ausländische Agenda ab. Aber im Kern ist die syrische Gesellschaft patriotisch. Ich sehe mich an der Seite der Patrioten, die diesem Aufstand etwas Perspektive geben wollen.

Seit fünf Mo...


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