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23.07.2011 / Wochenendbeilage / Seite 1 (Beilage)

»Die kolonialistische Landnahme ist immer noch nicht zu Ende«

Gespräch mit Hanin Zoabi. Über die israelische Herrenvolk-Demokratie, die andauernde »Nakba« und eine demokratische Vision

Werner Pirker
Hanin Zoabi ist israelische Politikerin arabischer Abstammung und seit 2009 Abgeordnete der Knesset für die Balad-Partei. Sie studierte Psychologie und Philosophie in Haifa und Jerusalem. 2010 nahm sie am Free-Gaza-Konvoi an Bord der Mavi Marmara teil

Israel ist seinem Selbstverständnis und dem Verständnis des Westens nach die einzige Demokratie in Nahost. Wie demokratisch erscheint Ihnen als israelische Palästinenserin der Staat Israel?

Das Verhalten des israelischen Staates gegenüber den in Israel lebenden palästinensischen Bürgern ist ein Indikator dafür, ob Israel eine Demokratie ist oder nicht, und auch dafür, ob Israel an einer ernsthaften Verständigung interessiert ist. Israel kann in der Westbank und auf dem Gazastreifen sein Terrorregime entfalten und sich dennoch als Demokratie bezeichnen. Auch die europäischen Staaten waren Demokratien, als sie andere Länder unter ihr koloniales Joch gezwungen haben. Israel kann sein brutales Vorgehen in den be...

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