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30.06.2011 / Feuilleton / Seite 12

Der Hennecke der Landwirtschaft

So war er eben: Nachruf auf den Aktivisten und SED-Funktionär Bruno Kiesler

Frank Schumann
Vor zwei Wochen stellte Adolf Henneckes Tochter Hannelore in der Ladengalerie dieser Zeitung ein neues Buch über ihren Vater vor. Sie begann die Lesung mit bewegten Bildern über den Begründer der Aktivistenbewegung und seine Nachfolger, eine Sequenz zeigte einen jungen Mann auf einer Zugmaschine, die mehrere landwirtschaftliche Geräte über den Acker zog. »Das ist Bruno Kiesler«, lautete der Off-Kommentar, »der Hennecke der Landwirtschaft«.

Hinter dem Landarbeiter aus der Magdeburger Börde, seit 1946 Mitglied der SED, lag die sowjetische Kriegsgefangenschaft und vor ihm eine bessere Zukunft – sofern er sich Gedanken machte, wie der Acker besser und effektiver bestellt werden konnte. So kam Kiesler eben auf die Idee, mehrere Arbeitsgänge in einem zu erledigen. Der Landarbeiter blieb, da teilte er das Schicksal Henneckes, danach nicht mehr lange auf seinem Bock. Man stellte ihn 1950 an die Spitze der Gewerkschaft Land und Forst des Landes Sachsen-Anha...

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