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11.06.2011 / Ausland / Seite 6

Rücktritt nach Korruptionsvorwürfen

Brasiliens neue Regierung steckt in seiner ersten Krise. Präsidentin überrascht mit Neubesetzung

Andreas Knobloch
Knapp sechs Monate nach Amtsantritt hat die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff ihre erste ernste Regierungskrise. Nach Korruptionsvorwürfen hat ihr Kabinettschef Antonio Palocci am Montag seinen Rücktritt erklärt. Während der letzten vier Jahre als Abgeordneter soll er bis 2010 sein Vermögen verzwanzigfacht haben.

Mit Palocci fällt nicht irgendein Mitglied der von der Arbeiterpartei (PT) geführten Regierung. Seit dem Wahlsieg von Luiz Inácio Lula da Silva 2003 hat er durchgehend zentrale Posten innegehabt. Er galt als Architekt des brasilianischen Wirtschaftswunders der vergangenen zehn Jahre, das auch unter der neuen Regierung weitergeführt werden sollte.

Um so überraschender kam für viele Beobachter die Entscheidung Rousseffs, nicht jemanden aus dem Stab des ehemaligen Präsidenten als Nachfolger zu bestimmen: Als neue Kabinettschefin wählte sie die bisher wenig bekannte Senatorin Gleisi Hoffman.

Die Opposition forderte, den Fall aufzuklären, u...





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