Gegründet 1947 Donnerstag, 19. September 2019, Nr. 218
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28.05.2011 / Wochenendbeilage / Seite 1 (Beilage)

»Das war eine sozialpolitische Blitzkriegsstrategie«

Gespräch mit Wolfgang Richter. Über die Kritik der UNO an der Diskriminierung Ostdeutscher, die Ignoranz der Bundesregierung und die Zerstörung der Ordnung von Jalta

Arnold Schölzel
Professor Dr. Wolfgang Richter ist Friedensforscher und Vorsitzender der Gesellschaft zum Schutz von Bürgerrecht und Menschenwürde e. V. (GBM) in Berlin

In den Mainstream-Medien wird die Gesellschaft zum Schutz von Bürgerrecht und Menschenwürde (GBM) im allgemeinen als DDR-Nostalgie-Verein dargestellt. Das könnte man getrost ignorieren, aber 20 Jahre nach der Gründung ist die Frage berechtigt: Was ist gleich geblieben, was hat sich verändert? Womit befaßt sich die GBM heute?

Die Themen blieben die gleichen, ihre konkreten Inhalte veränderten sich oft stark. Damals beschäftigten wir uns mit der Abwicklung, heute mit den Abgewickelten, deren nie aufgehobene Berufsverbote bis heute tief in ihr Leben eingreifen. Wir widmen uns der Wahrung ostdeutscher Interessen, aber stets in gesamtdeutscher Absicht und globaler Perspektive. Dazu gehört auch, daß wir gerade nicht nostalgisch sind, denn wir wollen nichts anderes als auch durch Berücksichtigung der wichtigen h...

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