17.05.2011 / Feuilleton / Seite 12

Eine mutige Frau

Heute wäre die Widerstandskämpferin Ilse Stöbe 100 Jahre alt geworden

Elfriede Brüning
Wer weiß heute noch, wer Ilse Stöbe war, da kein Gedenkstein, kein Stolperstein – etwa in Berlin-Lichtenberg, wo sie geboren wurde– an sie erinnert und wo ihr Name auch in der einzigen Berufsschule, die zu DDR-Zeiten ihre Initiale trug, nach der Wende eiligst gelöscht worden ist? Höchste Zeit, scheint mir, dieses infame Unrecht wiedergutzumachen und irgendeine Schule oder Bibliothek in Berlin nach ihr zu benennen. Denn Ilse Stöbe war eine bedeutende Frau, eine mutige Kämpferin. Eine Frau, die mitten im Auswärtigen Amt, in dem sie angestellt war, Jahre hindurch eine Widerstandsgruppe geleitet und wichtige Informationen, so zum Beispiel den genauen Termin des Überfalls der Faschisten auf die Sowjetunion, an den sowjetischen Geheimdienst weitergegeben hat. Wie ist es dazu gekommen?

Ilse Stöbe stammte aus einer Arbeiterfamilie. Sie wuchs, zusammen mit einem Halbbruder, bei ihrer Mutter auf, die sie im sozialistischen Sinne erzog, der aber die Mit...

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