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10.05.2011 / Feuilleton / Seite 13

Geister im Irrgarten

Die Idee eines tröstlichen Lichts in der Popmusik: Alexander Tucker springt aus den Schubladen

Michael Saager
Es spukt. Das vermaledeite Jenseits ist nicht totzukriegen, im Gegenteil, überall Geister und Gespenster, heraufbeschworen durch ein eher ungewöhnliches Medium der Materialisation, durch Musik. So bot die letzte Spex ein »Jenseits«-Special, das etwa den zerdehnten »Nightmare Pop« von Esben and the Witch oder Witch House als Boten einer Konjunktur des Jenseitigen deutet.

Das 21. Jahrhundert sei besessen von Geistern der Vergangenheit, schrieb Derrida in »Marx’ Gespenster« 1996. Das »Hauntology«-Konzept des postmodernen Philosophen bestimme derzeit, urteilt die Neue Zürcher Zeitung, musikästhetische Diskurse Großbritanniens. So versucht man, Retrovorlieben und halluzinatorischen Soundscapes, etwa im Post-Dubstep, (zer)denkend Herr zu werden. Wenn nun der britische Gothic- oder Doom-Folk-Musiker Alexander Tucker sagt, ebensolche Genreschubladen würden just aufgezogen, »um kreative Geister zu fangen«, hat er natürlich recht. Welcher wirklich kreative G...

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