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14.04.2011 / Thema / Seite 10

Aufbruch in Tunis

Hintergrund. In Tunesien stürzte die Bevölkerung ein neoliberales, autoritäres Regime – und entfachte so den Funken, der auf die gesamte arabische Welt übersprang

Werner Ruf
Am 14. Januar 2011 floh der vormalige tunesische Präsident, Zine El Abidine Ben Ali, feige wie ein Dieb in der Nacht. In seiner Begleitung verließen auch seine zweite Ehefrau Leila Trabelsi mit ihren Brüdern, Töchtern und deren Partner das Land. Die Trabelsi-Sippe galt als der eigentliche Kern der kleptokratischen Herrschaft, hatte sie sich doch nahezu alles angeeignet, was in der Republik greifbar war. Die tunesische Wirtschaft basierte zu Zeiten des von ihm weggeputschten Vorgängers Habib Bourguiba (Präsident von 1957 bis 1987) vor allem auf Staatsbetrieben. Ben Ali »privatisierte« diese Betriebe. Privatisierung hieß in diesem Fall, daß an die Spitze der Unternehmen getreue Lakaien des herrschenden Clans gesetzt wurden, meist Mitglieder der Trabelsi-Familie.

Banken – oft mit Kapital aus den Golfstaaten gegründet – schossen wie Pilze aus dem Boden, im Aufsichtsrat saßen stets die üblichen Vertreter des zahlreichen Trabelsi-Clans. Ihnen gehör...

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