01.04.2011 / Schwerpunkt / Seite 3

Offen und kooperativ

Die »Revolutionäre«, denen der Westen vertraut: Zu den führenden Protagonisten im libyschen Bengasi gab es schon vor dem Aufstand gute Beziehungen

Knut Mellenthin
Anläßlich der aktuellen Diskussionen im westlichen Lager über Waffenlieferungen an die libyschen »Rebellen« taucht wieder einmal das Argument auf, man wisse noch gar nicht, wer und was sich alles hinter diesem Bündnis heterogener Kräfte verbirgt. Muammar Al-Ghaddafi selbst hat den Vorwurf ins Spiel gebracht, viele seiner Gegner seien militante Islamisten und Terroristen. Die Phantomgruppe »Al-Qaida im Islamischen Maghreb«, die für Anschläge in Algerien und anderen Ländern Nordafrikas verantwortlich zeichnet, tut ihren Teil, um diese Behauptung glaubwürdig erscheinen zu lassen und für ihre eigene Propaganda zu nutzen. Am 24. Februar verkündete sie in einem Internetstatement, sie wolle den libyschen »Rebellen« jede nur mögliche Hilfe leisten, um zum Sturz Ghaddafis beizutragen. Linke Kriegsgegner ebenso wie rechte Interventionsskeptiker operieren mit der Furcht vor dem militanten Islam.

Tatsächlich aber kennen die westlichen Regierungen zumindest die Führe...

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