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05.03.2011 / Inland / Seite 2

»Der Mordfall wurde schon als erledigt erachtet«

Medienwissenschaftlerin kritisiert Umgang nach Tod junger Muslimin in Dresdener Gerichtssaal. Ein Gespräch mit Dr. Sabine Schiffer

Markus Bernhardt
Dr. Sabine Schiffer leitet das Institut für Medienverantwortung in Erlangen, www.medienverantwortung.de

Die Familie von Marwa El-Sherbini, die am 1. Juli 2009 von dem Neofaschisten Alexander Wiens während einer laufenden Verhandlung in einem Dresdner Gerichtssaal ermordet wurde, hat eine Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht eingereicht. Rechtsanwalt Hans-Eberhard Schultz, der die Familie der aus Ägypten stammenden El-Sherbini vertritt, will damit bewirken, daß das Dresdner Oberlandesgericht (OLG) die Ermittlungen gegen die Richter wegen fahrlässiger Tötung wieder aufnehmen muß. Wie bewerten Sie das juristische Tauziehen?

Es wird versucht, eine unabhängige Untersuchung der Abläufe und möglicher Unterlassungen zu erzwingen. Wir dürfen gespannt sein, ob nun endlich die Ermittlungen aufgenommen werden, die ja bereits zu Zeiten des Verfahrens gegen den Mörder Marwa El-Sherbinis verlangt wurden.

Den Richtern wird vorgeworfen, den Schutz der jungen Frau am T...


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