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24.02.2011 / 73 / Seite 15

Mein Kind kann Mandarin

Brauchen wir das Gymnasium für Babys? Einwurf zum Förderwahnsinn

Colin Goldner
Eine der fatalsten Folgeerscheinungen von Neoliberalismus und PISA-Studie ist der Wahn vieler Eltern, ihren Kindern mit ausgetüftelten Frühförderprogrammen einen »Vorsprung« vor allen anderen verschaffen zu müssen. Und zwar schon ab dem dritten Lebensjahr. In besonderen Kursen malen sie ägyptische Hieroglyphen und chinesische Schriftzeichen, in anderen lernen sie Grundbegriffe aus Astronomie, Biologie, Computertechnologie, Mathematik oder Betriebswirtschaft kennen. In wieder anderen werden sie mit abstrakten Begriffen wie Kommunika­tion, Symbolik oder Zeitstrahl vertraut gemacht, Begriffen, die sie kaum aussprechen können und noch weniger verstehen.

Die Eltern aber glauben, was ihnen von selbsternannten Frühförderpädagogen und Neurodidaktikern eingeredet wird, daß nämlich die schwierigen Begriffe sich »irgendwo« in der Großhirnrinde des Kindes verankern würden und ihm später ein entscheidender Vorteil daraus erwachse, schon so früh davon gehört zu haben....

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