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09.02.2011 / Schwerpunkt / Seite 3

Mit Blick nach Dresden

Der Untergang einer Stadt und was dem vorausging: Worüber es am 13. Februar nachzudenken lohnt

Kurt Pätzold
Es gibt Szenen in einem Leben, die sich unverlierbar einprägen, wie lange es danach auch immer dauern mag. Eine davon verbindet sich mir mit dem Görlitzer Bahnhof. Die deutsche Kriegsniederlage war eine Frage von Wochen allenfalls noch von einigen Monaten geworden. Westwärts ergoß sich ein Flüchtlingsstrom aus Schlesien. Zehntausende passierten die Stadt an der Neiße. Wer nicht wußte, wohin sich wenden, erhielt in der Bahnhofshalle eine Eisenbahnfahrkarte nach einem Ort, beispielsweise irgendwo in Bayern, und die Abfahrtszeit des Zuges genannt, der ihn dorthin bringen sollte. Am Abend des 12. Februar 1945 staute sich eine Menschenmenge auf dem ihr bezeichneten Bahnsteig. Auch die Treppen dahin waren vollgestopft. Mütter mit großen und kleinen Kindern, Alte und Gebrechliche, die in dem beängstigenden Gewühl nach Luft rangen. Das machte, daß ich aufgab und nicht mit dem Zug in Dresden ankam, als über dessen Himmel die Bombenflugzeuge der Royal Air Force (RA...

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