Gegründet 1947 Freitag, 26. April 2019, Nr. 97
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15.01.2011 / Wochenendbeilage / Seite 1 (Beilage)

»Viele waren Kinder begeisterter Hitleranhänger«

Gespräch mit Manfried Hammer. Über die faschistische Vergangenheit seiner Familie, eine ­ukrainische Zwangsarbeiterin und seine politische Radikalisierung in den 60er Jahren

Gitta Düperthal
Manfried Hammer (geb. 1943) hat in Berlin einen Vertrieb für englische Kunst- und Fotobücher. Seine Großeltern waren stramme Nazis und beschäftigten eine ukrainische Zwangsarbeiterin in ihrem Haushalt. Hammer war in den 60er Jahren im Sozialistischen Deutschen Studentenbund (SDS) in München und Westberlin aktiv

Im Jahre 1942 wurde Nadeshda Kirillowna Ljadezkaja aus der Ukraine nach Deutschland deportiert. Die heute 87jährige mußte im Haushalt Ihrer Großeltern arbeiten. Wie kam sie zu Ihnen?

Nadeshda Kirillowna hat als junge Frau in der Ostukraine bei ihren Großeltern gelebt – damals Teil der Sowjetunion, den die deutsche Wehrmacht besetzt hielt. Von dort haben die Nazis viele Ukrainer als Zwangsarbeiter rekrutiert und nach Deutschland deportiert. Auch in dem Dorf, in dem sie gelebt hat, haben die Nazis mit Unterstützung ukrainischer Hilfspolizisten die jungen Leute zusammengetrieben und in Viehwaggons nach Deutschland transportiert. Nadeshda Kirillo...

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