12.01.2011 / Inland / Seite 5

Fehler im Agrarsystem

Umweltverband zum Dioxin-Skandal: Lobby der exportorientierten Fleischindustrie hat Politiker im Griff. 300 Professoren fordern Ende der Massentierhaltung

Jana Frielinghaus
Dioxin ist am Dienstag erstmals auch in Schweinefleisch gefunden worden, wie das niedersächsische Landwirtschaftsministerium in Hannover mitteilte. Es stammte aus einem Betrieb, der zu den Kunden des Futterfettherstellers Harles und Jentzsch aus Schleswig-Holstein gehört, der dioxinbelastetes Fett an Mischfutterproduzenten in ganz Deutschland geliefert hatte. Laut Ministerium werden nun alle Tiere des Hofes getötet. In einem weiteren Betrieb ist demnach eine Belastung im Bereich des Grenzwertes ermittelt worden, bis zu dem Fleisch verkauft werden darf. Zuvor war eine 2,5fache Überschreitung des Grenzwertes in Eiern festgestellt worden.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sieht in dem aktuellen Skandal »nur ein Symp­tom« für eine Politik, die die umwelt- und klimaschädliche industrielle Produktion von Fleisch begünstigt. BUND-Chef Hubert Weiger sieht auch die nach der BSE-Krise 2001 vom damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und...

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