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09.12.2010 / Thema / Seite 10

Keltischer Tiger am Boden

Analyse. Die Wirtschafts- und Finanzkrise erschüttert Irland. Nach Griechenland steht nun auch Dublin vor der Gefahr, zum Protektorat von EU und Internationalem Währungsfonds zu werden

Andreas Wehr
Der Ort war gut gewählt. Die weit mehr als 50000 Demonstranten, die am 27. November 2010 zusammengekommen waren, um gegen die Entscheidung der irischen Regierung zu protestieren, das Land der Europäischen Kommission und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) auszuliefern, versammelten sich vor der Hauptpost von Dublin. Es ist jener Platz, von dem 1916 der Aufstand der Iren gegen die britische Fremdherrschaft seinen Ausgang nahm. Ein Kampf, der 1921 mit der Erringung der Unabhängigkeit endete.

Heute ist die Lage unübersichtlicher. Der Kampf richtet sich nicht allein gegen einen äußeren Gegner, gegen EU-Kommission und IWF. Gegner ist jetzt auch die eigene Bourgeoisie, die das Land in den Ruin geführt hat und nun über von außen auferlegte Zwangsmaßnahmen ihr Fell retten will. Arthur Morgan von der linken Oppositionspartei Sinn Fein fand hierfür martialische Worte: »Das irische Volk wird zum finanziellen Hungertod verurteilt, während sich die parasitären Kr...

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