20.11.2010 / Feuilleton / Seite 12

Die Frau, die Claire Pimbusch war

Ärztin, Autorin, Menschenfreundin: Auf der Spur von Tucholskys erster Ehefrau Else Weil

F.-B. Habel
In den Jahren des Weltkrieges (den man damals noch nicht den ersten nannte) und danach war Claire Pimbusch in Berlin bekannt – obwohl es sie gar nicht gab. Sie war eine Erfindung von Heinrich Mann, in dessen satirischem Roman »Im Schlaraffenland« sie eine Rolle spielte. Real wurde Claire dann durch ein junges Liebespaar. Kurt Tucholsky (21) gab seiner Freundin Else Weil (22) den Namen, den Else akzeptierte und bis zuletzt als Spitznamen führte: Pimbusch oder Pim. Else muß eine sehr humorvolle, lebenslustige junge Frau gewesen sein – sie ist das Urbild der Claire aus der Erzählung »Rheinsberg. Ein Bilderbuch für Verliebte«. Kurt Tucholsky hatte damit unmittelbar vor dem Ersten Weltkrieg einen Bestseller geschrieben, der endlich Goethes »Werther« in der Beliebtheit ablöste. »Wir alle gaben das Buch unseren Jungs in den Krieg mit«, schrieb die Schriftstellerin Gabriele Tergit in ihren Erinnerungen.

Mit dieser als »anrüchig« betrachteten Liebesge...

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