02.10.2010 / Inland / Seite 4

Wider das Zerrbild

»Die DDR taugt nicht als Aschenputtel deutscher Geschichte. Denunziation und Dämonisierung sind keine Aufarbeitung der Geschichte.« Wortmeldung zum 20. Jahr der größer gewordenen Bundesrepublik

»Auferstanden aus Ruinen und der Zukunft zugewandt, laß uns dir zum Guten dienen, Deutschland einig Vaterland.«

War das nicht der Ruf der aus der Emigration und den Konzentrationslagern zurückgekehrten Antifaschisten, der illegalen Kämpfer, der Kriegshinterbliebenen, der Opfer, aber auch der zur Besinnung gekommenen Mitläufer? »Deutschland über alles« – inzwischen Alptraum der Geschichte. »Laß uns dir zum Guten dienen« dagegen ein Versprechen, Deutschland zu einen und zu bessern. Als das in der DDR zur staatlichen Hymne wurde, war der Traum schon brüchig geworden zwischen Restauration im Westen und Bruch mit Krieg und Faschismus im Osten, zwischen Fütterung der alten Eliten dort und Mangel an allem hier, zwischen zwei Währungen, zwei Systemen, zwei Blöcken, zwei Staaten, zwei Idealen, zwei Entwürfen für die Zukunft.

Wer sich für die DDR engagierte, tat dies in der Überzeugung, dem Guten in Deutschland zu dienen, hat der jungen Republik viel von se...



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