28.09.2010 / Ausland / Seite 8

»Das Gesicht des humanen Judentums zeigen«

Das »Jüdische Schiff« ist mit Hilfsgütern nach Gaza unterwegs. Zur Fracht gehört auch ein Karton mit Mundharmonikas. Gespräch mit Reuven Moskovitz

Sophia Deeg
Der 1928 in Rumänien geborene Israeli Reuven Moskovitz ist Überlebender der Judenvernichtung durch die deutschen Faschisten. Das Interview wurde vor dem Auslaufen geführt

Am Sonntag ist das »Jüdische Schiff« von Zypern aus mit Hilfsgütern nach Gaza aufgebrochen – einer der vielen Mitreisenden sind Sie. Warum haben Sie sich dazu entschlossen?

In Rumänien habe ich miterlebt, wie die einheimischen Faschisten damals mit den Nazis kollaborierten. Ich fand mich plötzlich in einem Getto wieder, ich habe buchstäblich meine Kindheit verloren. Schon früh wurde mir klar, daß ich mein Leben lang gegen Verfolgung, Unterdrückung und Diskriminierung kämpfen würde.

Ich war 19 Jahre alt, als ich 1947 nach Israel auswanderte, ich lebte als zionistisch-sozialistischer Pionier dann in Galiläa in einem Kibbutz. Sehr bald wurde ich aber mit systematischen ethnischen Säuberungen konfrontiert, mit Massakern, Enteignung und Vertreibung unserer palästinensischen Nachbarn.

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