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24.09.2010 / Thema / Seite 10

Die Mär vom Einzeltäter

Hintergrund: Parallelen zwischen dem Bombenanschlag auf das Münchener Oktoberfest im Jahr 1980 und dem rechten Terror in Italien wurden bei Ermittlungen ignoriert; ebenso Zeugenaussagen. 30 Jahre später mehren sich Forderungen, den Fall neu aufzurollen

Claudia Wangerin
Es war der größte Terroranschlag der deutschen Nachkriegsgeschichte: Die Bombe, die am Abend des 26.September 1980 um 22.19 Uhr am Haupteingang des Oktoberfests in München explodierte, riß 13 Menschen in den Tod. Arme und Beine lagen herum, Blutlachen bedeckten den Boden. Splitter des Mülleimers, in dem die Bombe gesteckt hatte, waren durch die Wucht der Detonation weit verstreut worden. Viele der über 200 Verletzten blieben schwer behindert oder mußten langwierig im Krankenhaus behandelt werden.

Doch keine zwölf Stunden nach der Explosion waren sogar die Löcher frisch geteert, die die Bombe in den Boden gerissen hatte. Das Geschäft auf der Festwiese in der bayerischen Landeshauptstadt mußte weitergehen. Der damalige bayerische Ministerpräsident und Kanzlerkandidat Franz Josef Strauß gab unterdessen die Parole aus, die Linken seien es gewesen. Die Bundestagswahl stand bevor – und der CSU-Politiker nutzte das Attentat, um den damaligen Bundesinnenmi...

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