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27.08.2010 / Feuilleton / Seite 13

Praktische Absicht

Die Gegenwart reicht nicht: »Denkzettel«, die beste deutschsprachige Sammlung von Trotzki-Texten, ist wieder erhältlich

Christof Meueler
Für Gegner des Reformismus hat Leo Trotzki drei zeitlose Regeln aufgestellt: »1. Traut nicht der Bourgeoisie. 2. Laßt uns unsere eigenen Führer kontrollieren. 3. Vertraut auf die eigene revolutionäre Kraft.« So sprach er im Mai 1917. Es war seine erste Rede im Sowjet von St. Petersburg. Trotzki war gerade einen Tag wieder Rußland, frisch aus kanadischer Internierung entlassen. Hatte er vorher Lenin gewissermaßen als zu avantgardistisch kritisiert, forderte er nun mit ihm gemeinsam den Sturz der bürgerlichen Regierung, die den Zar abgelöst hatte, und »die Übergabe der ganzen Macht« an die Arbeiter- und Soldatenräte. Später urteilte er, daß ohne Lenin und seine Person die Bolschewiki vermutlich die Oktoberrevolution 1917 abgesagt hätten.

Das klingt zwar recht eingebildet, aber nicht völlig abwegig. Man sagt, Trotzki wäre der beste Redner der Partei gewesen, auf jeden Fall war er ein Mann »der Feder und des Schwerts«, wie der Herausgeber seiner Schriften in...

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