20.08.2010 / Feuilleton / Seite 2

»Nicht mal das Konsulat durfte ich verständigen«

Deutsche Journalistin wollte in den USA recherchieren – trotz gültiger Papiere wurde sie abgeschoben. Gespräch mit Gaby Weber

Gitta Düperthal
Gaby Weber ist freie Auslandskorrespondentin, hauptsächlich für die ARD, und recherchiert zu Menschenrechtsfragen

Am Dienstag sind Sie nach Washington geflogen, um dort unter anderem über NS-Kriegsverbrecher zu recherchieren. Ihre vereinbarten Termine im US-Bundesarchiv konnten Sie allerdings nicht wahrnehmen, weil Sie sofort zurückverfrachtet wurden …

Eigentlich sollte die Einreise auch für BRD-Bürger einfacher sein, seitdem die USA das ESTA-System (Elektronisches Reisegenehmigungssystem) eingeführt haben. Man beantragt online ein Visum und bekommt es zugestellt. Die Genehmigung hatte ich erhalten und vorgelegt. Zur Sicherheit hatte ich eine E-Mail des US-Konsulats in Berlin dabei, in dem es ausdrücklich heißt: Freelance-Journalisten erhalten im Gegensatz zu angestellten Korrespondenten grundsätzlich kein Visum für journalistische Aufenthalte. Sie müssen auf normalem Weg einreisen.

Das wußte ich, weil ich mich zwei Jahre zuvor im Auftrag des WDR ...


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