10.07.2010 / Schwerpunkt / Seite 3

»Gefechtstote werden geleugnet«

Vor 15 Jahren marschierte die bosnisch-serbische Armee in Srebrenica ein. Daß sie einen Völkermord an bis zu 8000 Muslimen zu verantworten hat, ist zweifelhaft. Ein Gespräch mit Alexander Dorin

Cathrin Schütz
Alexander Dorin ist als Sohn bosnischer Eltern, die Anhänger Tito-Jugo­slawiens waren, aufgewachsen. Ende 2009 erschien von ihm das Buch »Srebrenica – Die Geschichte eines salonfähigen Rassismus« (Verlag Kai Homilius). Im Herbst veröffentlicht der Ahriman-Verlag seine neue Dokumentation »Srebrenica – wie es wirklich war« über Verbrechen der bosnisch-muslimischen Armee an der serbischen Bevölkerung im Raum Srebrenica

Der Völkermord bosnisch-serbischer Einheiten an bis zu 8000 bosnisch-muslimischen Männern und Jungen aus Srebrenica vor 15 Jahren gilt als grausamer Höhepunkt des Krieges im zerfallenden Jugoslawien. Widersprechen Sie dem?

Ich habe das Thema jahrelang verfolgt. Irgendwann war ich sicher, daß die Behauptungen so falsch sein mußten wie es die übrige Jugoslawien-Berichterstattung war. Ich begann, vor Ort zu recherchieren. Von vielen Seiten wurden mir Dokumente zugespielt, die ein anderes Bild aufzeigen.

Die bosnischen Serben unter Gen...


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