Schwarzer Kanal
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05.07.2010 / Inland / Seite 8

»Ich kann mir vorstellen, wie verzweifelt die Leute sind«

Flüchtlinge, die aus Deutschland in den Kosovo abgeschoben werden müssen dort um ihre Existenz kämpfen. Ein Gespräch mit Sebastian Ludwig

Gitta Düperthal
Sebastian Ludwig ist Referent für Flüchtlings- und Asylpolitik des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche in Deutschland

Sie haben im Kosovo recherchiert, wie sich die Situation dort für von Deutschland abgeschobene Flüchtlinge darstellt. Vergangene Woche hat eine Frau aus Bad Schwalbach aus Angst, ihr Sohn könnte abgeschoben werden, einen Mitarbeiter im Ausländeramt bedroht und wollte sich selbst etwas antun. Können Sie sich vorstellen, was diese Frau derart verzweifeln läßt?

Teilweise leben Flüchtlinge seit fast zwanzig Jahren in Deutschland, betrachten diesen Zufluchtsort mittlerweile als ihre Heimat. Die Frage ist beispielsweise, ob der Sohn dieser Frau in Deutschland aufgewachsen ist – möglicherweise sogar hier geboren wurde, wie ein Drittel der von Abschiebung bedrohten Personen. Was soll er dann im Kosovo? Zurückkehrende Flüchtlinge werden dort häufig gesundheitlich nicht versorgt und haben keine Bildungschancen. Die Arbeitslosenquote...

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