28.06.2010 / Thema / Seite 10

Zerstörte Vernunft

Theorie. Kritisches Denken zwischen Marx und Foucault (Teil 2 und Schluß): Ohne Bezug auf gesellschaftliche Totalität und menschliche Praxis verkehrt sich Kritik zur bloßen Rhetorik

Werner Seppmann
Im ersten Teil seines Beitrages zeigte der Autor, daß sich die – in Kritischer Theorie und »Postmoderne« gleichermaßen verbreitete – Verneinung jedweder gesellschaftlichen Entwicklungsperspektive nicht mit dem Anspruch kritischen Denkens verträgt. Konsequente Kritik ist demgegenüber nur auf Grundlage der Marxschen Philosophie der Praxis möglich.

Die Pointe eines herrschaftskonformen Denkens in »postmodernen« Kategorien liegt darin, die eklatanten gesellschaftlichen Widersprüche nicht zu verschweigen, sondern den offensichtlichen Tendenzen soziokultureller Deformation eine besondere »Aura« anzudichten: Spiegelbildlich zu der Irrationalisierung der kapitalistischen Vergesellschaftungsprozesse und den zivilisatorischen Verfallstendenzen werden das Vor- und Gegenrationale als ebenso unvermeidliche wie erstrebenswerte Bezugsgrößen deklariert. Dies ist die Umkehrung der Praxis des klassischen Idealismus: Es wird die Theorie nicht der schlechten Pra...

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