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14.06.2010 / Ausland / Seite 7

Neue Putschgerüchte

Honduras: Streit um Macht und Geld. Knapp ein Jahr nach Sturz von Präsident Zelaya offenbaren sich Widersprüche in regierenden Kreisen

André Scheer
Kurz vor dem ersten Jahrestag des Staatsstreichs gegen den demokratisch gewählten Präsidenten von Honduras, Manuel Zelaya, sieht sich dessen international von den meisten Regierungen nicht anerkannter Nachfolger Porfirio Lobo selbst von einem Putsch bedroht. Nach einer Kabinettssitzung in Gauimaca, etwa 70 Kilometer östlich der Hauptstadt Tegucigalpa, erklärte er in der vergangenen Woche, man habe eine Gruppe von Verschwörern identifiziert, die »den Präsidenten der Republik wegwischen« wollten.

»Wir wissen, wer sie sind, und ich glaube, sie haben sich in meinem Lächeln getäuscht«, drohte Lobo, ohne die mutmaßlichen Verschwörer beim Namen zu nennen. Schon zuvor war bekanntgeworden, daß der 62jährige Politiker Mitteilungen auf seinem Mobiltelefon erhalten hatte, er solle sich schon mal »einen hübschen Pyjama« heraussuchen – eine klare Anspielung auf den Putsch vom 28. Juni vergangenen Jahres, als vermummte Militärs die Residenz des Präsidenten stürmt...

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