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10.05.2010 / Schwerpunkt / Seite 3

Auf der Anklagebank

Überprüfungskonferenz in New York: Länder der »dritten Welt« kritisieren Atomwaffenmächte. Israel soll Nichtweiterverbreitungsvertrag unterzeichnen

Knut Mellenthin
US-Präsident Barack Obama hatte es sich so schön gedacht: Auf der Konferenz zur Überprüfung des Vertrags über die Nichtweiterverbreitung von Atomwaffen (NPT) sollte nicht über die mehr als 20000 Atomwaffen gesprochen werden, die sich hauptsächlich im Besitz der USA und Rußlands befinden, sondern über den Iran. Also über ein Land, das keine Atomwaffen besitzt und sie sogar aus ethischen und religiösen Gründen grundsätzlich ablehnt.

Es zeigte sich aber schon in der ersten Konferenzwoche, daß viele Staaten sich dieser Regie widersetzen. Herausragend war dabei die Rede des brasilianischen Außenministers, in der er den NPT als »unfaires« Abkommen angriff, das die Welt in Besitzende und Nicht-Besitzende teile. Die einzige Möglichkeit, garantiert und langfristig die Weiterverbreitung von Atomwaffen zu verhindern, sei ihre Abschaffung, sagte Celso Amorim.

Der kubanische Delegationsleiter, UN-Botschafter Pedro Nunez Mosquera, beklagte, 40 Jahre nach Inkrafttrete...



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