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06.04.2010 / Thema / Seite 10

Gereizte Stimmung

Washingtons Politik gegenüber China wird mit drohendem Verlust der ­hegemonialen Rolle aggressiver. Peking gab bisher der Supermacht nach und verhinderte ­größere Konflikte

Knut Mellenthin
In diesen Tagen kann man viele Prognosen über einen nahe bevorstehenden Handelskrieg zwischen den USA und China lesen. Erstere sind immer noch die größte Wirtschaftsmacht der Welt, das andere Land ist die drittgrößte, die bald an Japan vorbeiziehen und sich an die zweite Stelle schieben wird. China hat zudem im vergangenen Jahr erstmals Deutschland als »Exportweltmeister« abgelöst. Ein Handelskrieg zwischen den USA und China würde voraussehbar die Weltwirtschaft erheblich in Mitleidenschaft ziehen und vielleicht zum Auslöser der nächsten schweren Finanzkrise werden.

Im Hintergrund steht aber eine schwerwiegendere strategische Frage: Wie werden sich auf längere Sicht, im Zeitraum von vielleicht zwei, drei oder vier Jahrzehnten, die Beziehungen zwischen den beiden Staaten gestalten? Werden die USA bereit sein, in einer sich herausbildenden multipolaren Welt eine bescheidenere Rolle als bisher zu spielen? Oder werden sie ihren arroganten imperialistischen A...

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