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30.03.2010 / Feuilleton / Seite 12

Übersprungshandlungen

Wirtschaft als das Leben selbst

Helmut Höge
Wenn Ungleichzeitigkeiten galoppieren, kommt es zu Übersprungshandlungen. Die Mongolen haben in Massen mit ihren Handys das Zeitalter des Festtelefons übersprungen, wobei sie gleichzeitig das Internet ziemlich kalt ließ: Bei den Nomaden muß sich alles Eigentum tragen lassen.

Auch das Leben der mitteleuropäischen Wanderschäfer, sagt einer von ihnen, wurde durch das Handy »völlig verändert, weil man sich damit bereits von unterwegs mit Freunden kurzschließen und sich einen Platz zum Übernachten sichern kann« (Hans Breuer aus Österreich). Türkische Soziologen meinen, viele ihrer Landsleute hätten das Buchzeitalter übersprungen, seien vom Analphabetismus gleich in das Fernseh- und Filmzeitalter gekommen.

Die nordamerikanischen Indianer scheinen im Gegensatz zu den Deutschen ihre Selbstmusealisierung übersprungen zu haben. Jedenfalls beschied einer der letzten Häuptlinge der Sioux, Schwarzer Bär, der als Gleisarbeiter bei der Union Pacific arbeitete, die Int...



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