27.01.2010 / Antifa / Seite 15

Aus den Hinterzimmern zum Heimatabend

Neonazis als nette Nachbarn: Ein neuer Sammelband beschreibt die gefährliche »Graswurzelstrategie« von Rechtsextremisten in der Provinz. Herausgeber kritisiert Bundesregierung

Frank Brunner
Es sind schockierende Geschichten. In Thüringen beispielsweise bitten die Veranstalter eines historischen Stadtumzuges eine lokale Neonazikameradschaft um Hilfe bei der Organisation des Heimatfestes. Und so zieht die »Ortsgruppe Geraberg« zur 725-Jahr-Feier im Sommer 2007 in Naziuniformen, mit Waffenschmuck und Wehrmachtsfahrzeugen durch die Orte Singen und Gräfinau-Angstedt, etwa 50 Kilometer südlich von Erfurt. Kein Einzelfall. Organisierte Rechtsextremisten engagieren sich für Fußballclubs, Fahrradwege oder die freiwillige Feuerwehr. Sie übernehmen Ehrenämter in Kleingartenvereinen oder im Elternbeirat, beteiligen sich an Bürgerinitiativen, organisieren Kinder- und Jugendarbeit. Als »braune Graswurzelstrategie« bezeichnet das Friedrich Burschel. Der Rechtsextremismusexperte der Linksparteinahen Rosa-Luxemburg-Stiftung ist Herausgeber eines neuen Sammelbandes zu diesem Thema, der am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde. In »Stadt – Land – Re...

Artikel-Länge: 3295 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen

Bitte einloggen

Abo abschließen

  • Online

    Onlineabo

    24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

    18,60 Euro/Monat Soli: 23,60 €, ermäßigt: 11,60 €
  • Gedruckt

    Printabo

    Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

    39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €
  • Verschenken

    Geschenkabo

    Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

    39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €

Kurzzeitabo abschließen

Zur aktuellen Ausgabe