Der Schwarze Kanal: »Verkommen«
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22.01.2010 / Schwerpunkt / Seite 3

Propheten mit Problem

Zehn Jahre ATTAC: Vom Rufer in der Wüste zum Mainstream. Selbst Merkel für Positionen der Globalisierungskritiker. Denen droht Bedeutungsverlust

Frank Brunner und Katja Hertha
Sie sind gekommen, um zu bleiben. Das zumindest behauptet die globalisierungskritische Organisation ATTAC in einer 170-Seiten-Broschüre zum zehnjährigen Bestehen. »Mit der Wirtschaftskrise hat sich bestätigt, daß unsere Positionen richtig sind«, sagte Franziska Drohsel, Juso-Vorsitzende und ATTAC-Mitglied, bei der Jubiläumspressekonferenz in Berlin. Dort zogen die Mitglieder des Netzwerkes eine positive Bilanz ihrer Arbeit. »Der neoliberalistische Glaube hat Risse bekommen«, so Peter Wahl, damals einer der Initiatoren. ATTAC sei die erfolgreichste Neugründung einer progressiven Organisation seit Greenpeace gewesen, erklärte er. Für Detlev von Larcher vom ATTAC-Koordinierungskreis liegt die Leistung von ATTAC vor allem darin, ein neues Bewußtsein für die internationale Finanzpolitik geschaffen zu haben. »Wir haben deutlich gemacht, daß die gegenwärtige Form der Globalisierung kein Schicksal, sondern das Ergebnis mächtiger wirtschaftlicher Interessen ist», ...

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