24.12.2009 / Feuilleton / Seite 8

»Das Wort Lüge ist für die Bibel durchaus angemessen«

Protestantischer Theologe: Die »Heilige Schrift« ist ein Sammelsurium von Erfindungen. Ein Gespräch mit Gerd Lüdemann

Peter Wolter
Gerd Lüdemann ist Professor für Geschichte und Literatur des frühen Christentums an der Universität Göttingen

Viele Menschen sind genervt vom Weihnachtsrummel – aus zahllosen Lautsprechern in Supermärkten wimmerte in den vergangenen Tagen »Stille Nacht, heilige Nacht«, und selbst auf dem Ostbahnhof im heidnischen Berlin wurden Krippenfiguren ausgestellt. Als protestantischer Theologe haben Sie sich seit Jahrzehnten mit der christlichen Mythologie befaßt – gibt es wirklich Leute, die an das Jesuskindchen und die Krippe glauben?

Beides hat es mit Sicherheit nicht gegeben. Provokativ würde ich sagen: Die Krippe war leer und das Grab Jesu war voll. Alles, was mit diesen Erzählungen zusammenhängt, beruht auf Interpretationen oder Erfindungen.

Die Weihnachtsgeschichte ist also ein Märchen?

Es gibt nicht nur eine Weihnachtsgeschichte, sondern gleich zwei. Die eine findet man im Lukas-, die andere im Matthäus-Evangelium. Beide sind nicht nur erfunden,...

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