08.12.2009 / Inland / Seite 2

»Einsatz von Provokateuren ist nicht unüblich«

An der zunehmenden Gewalt gegen die Polizei ist diese nicht ganz unbeteiligt. Ein Gespräch mit Fritz Sack

Peter Wolter
Fritz Sack ist Professor für Kriminologie in Hamburg. Er war Mitglied der 2001 aufgelösten unabhängigen Polizeikommission der Hansestadt

In Berlin hat am Wochenende ein Zivilpolizist einen jungen Mann angeschossen, der ihn mit anderen zusammen überfallen wollte. Eine Lokalzeitung mutmaßte prompt, die Täter seien Linke gewesen – wie finden Sie das?

Diesen Reflex kennt man zur Genüge – Gewalt wird immer gern den Linken angelastet. Statistiken und andere Informationen, die wir haben, zeigen aber eindeutig, daß Gewalt von rechts genau so präsent ist. Das aber wird eher mit Augenzwinkern zur Kenntnis genommen.

In letzter Zeit häufen sich die Klagen von Politikern und Verbandsfunktionären der Polizei, die Gewalt gegen Beamte habe drastisch zugenommen – u. a. wird angeführt, daß in Hamburg und Berlin Polizeieinrichtungen angegriffen wurden. Gäbe es für die steigende Gewaltbereitschaft eine Erklärung?

Unsere Gesellschaft ist egoistischer und kon...

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