Hände weg von Venezuela! Solidaritätsveranstaltung am 28. Mai
Gegründet 1947 Donnerstag, 23. Mai 2019, Nr. 118
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04.12.2009 / Feuilleton / Seite 13

Gitter mit Ornamenten

Russische Jungs brennen nicht im Feuer: Ein Dokumentarfilm über die Jugend am Ural

Lena Schiefler
Tolja war nie im Kino oder Theater, nur ein einziges Mal im Zirkus. Wie der Frau der Kopf abgeschraubt wurde und ein Mann auf einen anderen mit einem Gewehr zielte, aber nicht traf, das fand er lustig. Das war, bevor er mit einem älteren Jungen im Suff einen Freund erschlagen hat und in dieses Heim kam, das der russische Dokumentarfilm »Allein in vier Wänden« zeigt; ein Gefängnis für elf- bis 16jährige Straftäter in Tscheljabinsk am Ural.

Die meisten der 120 Insassen kommen aus Familien, die seit der Perestroika keine Arbeit haben, kein Geld, nur noch Alkohol und Aggressionen. Mit großen Kinderaugen und Schmollmund gesteht ein dreifacher Mörder: »Hier ist es besser als zu Hause, weil niemand dich schlägt.« Er ist elf Jahre alt. Nach dem Satz duckt er sich, als erwarte er eine Ohrfeige.

Andere haben Lebensmittel gestohlen, von Marmelade an aufwärts. Ihr Plan war, sie weiterzuverkaufen und sich mit Klebstoff oder Kippen zu versorgen. Ljoscha hat Taxifahre...



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