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03.12.2009 / Feuilleton / Seite 13

Fühlt sich kalt an

Dramatische Folgen neo-individualliberaler Kunst: Morgen beginnt in Berlin die Ausstellung »Zeigen«

Wolfgang Müller
Vor gar nicht so langer Zeit erreichte mich eine Anfrage zur Teilnahme an einer Ausstellung. Der Absender war Karin Sander. Die Künstlerin sei von den Kuratoren der Temporären Kunsthalle Berlin eingeladen worden, ihre Arbeit »Zeigen« zu realisieren: »Die daran teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler geben in ihrem Beitrag akustische Informationen zu ihrem Werk oder ihrer Arbeitsweise, indem Sie ihre künstlerische Arbeit hörbar und damit für den Hörenden ›sichtbar‹ machen. In dem Ausstellungsraum der Kunsthalle werden die Namen der Künstler und Künstlerinnen sowie jeweils eine Zahl auf der weißen Wand zu lesen sein.«

Mein Beitrag für die Künstlerkuratorin sollte in weniger als einem Monat fertiggestellt sein, wofür in der Mail der schmissige Begriff »zeitnahe Realisierung« verwendet wurde. Man hätte natürlich auch »superschnell« oder »hektisch« schreiben können. Irgendwas Beliebiges aus der Schublade ziehen, zählt nicht unbedingt zu meiner ...

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