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01.12.2009 / Inland / Seite 2

»Das ist eine unverschämte Arroganz«

Ein deutsch-afghanischer Anwalt hat in Kundus recherchiert: Fast alle Toten beim Bombenangriff waren Zivilisten. Gespräch mit Karim Popal

Gitta Düperthal
Karim Popal ist Rechtsanwalt in Bremen. Er setzt sich für die Hinterbliebenen der Opfer des Bundeswehr-Luftangriffs in der Region Chardara in Afghanistan ein

Sie haben in der Umgebung der deutschen Bundeswehrgarnison im afghanischen Kundus recherchiert, daß bei der Bombardierung von zwei Tankwagen am 4. September insgesamt 179 Zivilisten getötet oder verletzt wurden. Sie fordern jetzt von der Bundesregierung eine Entschädigung. Sehen Sie Chancen für eine außergerichtliche Entscheidung, oder wollen Sie die Bundeswehr notfalls verklagen?

Bedauerlicherweise hat der Verteidigungsminister bis heute nicht auf das Schreiben unserer Kanzlei reagiert – seit mittlerweile zwei Wochen. Ein Kollege hat noch am Freitag in der Rechtsabteilung des Ministeriums angerufen, um herauszufinden, ob unsere Post überhaupt angekommen sind und warum sie nicht beantwortet werden. Man hat ihn ans Bürger-Informationszentrum verwiesen, das ist unverschämte Arroganz.

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