18.11.2009 / Ansichten / Seite 8

Nachschubpräsident

Gastkommentar. Köhlers Rede zum Volkstrauertag

Erhard Crome
Am Sonntag war wieder »Volkstrauertag«. Worüber trauert das Volk? Und was tun die Herrschenden, das Volk trauern zu lassen? Bundespräsident Horst Köhler hat die obligate Rede im Reichstag gehalten. So war das schon gedacht, als dieser Tag in der Weimarer Republik eingeführt wurde – 1922 die erste Gedenkstunde im Reichstag.

Bereits in den 1920er Jahren wurde der Tag kontaminiert mit dem Satz: »Unsere Toten mahnen... Selber riefst du einst in Kugelgüssen: Deutschland muß leben, und wenn wir sterben müssen.« Es ging also nicht einfach um stilles Gedenken, sondern um Anrufung der in den Tod Getriebenen zum Behufe des Nachfolgens. Gemahnt wurde nicht, daß nie wieder Krieg sein solle, sondern sich ein Beispiel zu nehmen am Sterben zum Sterben: Das Vaterland läßt grüßen. Bei den Nazis hieß das dann »Heldengedenktag«, der allerdings zu einem anderen Zeitpunkt im Jahr begangen wurde. Die Bundesrepublik Deutschland wollte mit jener Tradition brechen, der Vol...

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